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PROJEKTBESCHREIBUNG
1.1 Allgemeine Projektbeschreibung
Auf dem Grundstück Am Paschenberg 1, Wolgast befindet sich ein denkmalgeschütztes Ensemble, bestehend aus einer Mühle mit Schuppen, im Jahre 1864 errichtet, einem Maschinenhaus mit Trafogebäude, einem Kleiespeicher, ca. 1900 errichtet, und einem Silogebäude. Die Mühle und der angebaute Schuppen wurden komplett in Holzbauweise errichtet, die anderen Gebäude sind als Massivbauten mit Holzdecken hergestellt worden.
Das Maschinenhaus mit Trafogebäude und der Schuppen sind abgängig und werden abgebrochen.
Die Mühle wird denkmalgerecht saniert, hierzu ist die Dachhaut zu sanieren und die Holzkonstruktion zimmermannsmäßig instand zu setzen. Die Mühle wird weiter nicht genutzt und bleibt als Landmarke stehen.
Der Kleiespeicher und das Silogebäude werden umgebaut, aufgeteilt, und als Eigentumswohnungen verkauft. Auf weiteren Flächen auf dem Grundstück werden 2 Neubauten in konventioneller Massivbauweise errichtet, die ebenfalls als Eigentumswohnungen verkauft werden.
Insgesamt sind zwei Bauabschnitte zu planen:
1.2 Geplante Maßnahmen
Das Ensemble soll für eine neue Nutzung als Eigentumswohnungen umgebaut und hergerichtet werden, hierbei ist eine denkmalrechtliche Genehmigung einzuholen.
1.2.1 Kleiespeicher
1.2.1.1 Vorhandene Konstruktion
Der zweigeschossige Kleiespeicher hat Grundrissabmessungen von ca. 13m x 8m und wird beidseitig durch die Mühle bzw. das Silogebäude begrenzt. Front- und Rückfassade sind aus Ziegelmauerwerk d=24cm (OG) bzw. d=40cm (EG), wohl der Güte 12/IIa, hergestellt worden. Das Dach wurde als flach geneigtes Satteldach ausgeführt. Das Dach und die Decke über dem Erdgeschoss bestehen aus einer Dielung auf Balkenlage (Decke über EG: b/d = 18/25, e=96cm) auf einer mittig angeordneten Pfette (Decke über EG: b/d=31/25). Die Pfette wird durch Stiele (EG: ca. 17/17cm) gestützt. Die Pfette läuft über 2 Stützen durch, lediglich im Bereich zum Übergang zum Silogebäude wurde ein Gelenk angefügt und das letzte Pfettenfeld erneuert. Das Gelenk ist nicht fachmännisch ausgeführt worden. Die Balkenlage wurde bis auf die Balken in diesem Endfeld durchlaufend über der Pfette ausgeführt. An der Rückfront ist die Balkenlage über EG nachträglich durch eine vor der Aussenwand aufgeständerte Pfettenkonstruktion (ca. 16/20cm) auf Stielen (ca. 15/15cm) abgefangen worden. Das Gebäude ist auf Natursteinfundamenten gegründet.
1.2.1.2 Neue Konstruktion/Massnahmen
Das Gebäude soll als Maisonette-Wohnen mit übereinander liegenden Einheiten hergerichtet werden.
Zur Planung der Sanierungsmaßnahmen ist zunächst ein Holzgutachten einzuholen, damit der genaue Aufbau, die Geometrie der Balkenlage und der Traghölzer, sowie der Zustand der Holzkonstruktion klar wird. Zudem sollte ein Bauphysiker eingebunden werden, um die konstruktiv saubere Durchbildung der Konstruktion sicher zu stellen und die Notwendigkeit und Art einer möglichen Wärmedämmung zu klären. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Winddichtigkeit der Konstruktion gelegt werden.
Zur Herrichtung des Gebäudes ist das Dach und dessen Stiele abzubrechen, das Mauerwerk ist fachgerecht zu sanieren. Ein Holzgutachten mit besonderem Augenmerk auf die in das Mauerwerk einbindenden Holzteile ist einzuholen. Auf das Mauerwerk des Obergeschosses wird ein Stahlbetonrähm (U-Schale, b/d=24/24cm) aufbetoniert, darauf wird ein neues Dach in Holzkonstruktion montiert. Möglicherweise ist das Mauerwerk vorher chemisch/thermisch gegen Befall zu behandeln.
Balkenlage und Pfetten der Decke über dem EG sind örtlich zu sanieren, Einbindung und Zustand der Balkenköpfe sind besonders zu prüfen, Giebelanker sind einzubauen, die Dielung ist zu erneuern. Die neue Dielung wird durch aufgenagelte Windrispen als Scheibe ausgebildet. Aufgrund der Maisonette-Nutzung bestehen keine Anforderungen an den Schallschutz innerhalb der Wohnungen. Zwischen den Einheiten wird jeweils eine neue Mauerwerkswand (Rohdichte 2,2, d=24cm) hergestellt. Die Pfettenstützen werden abgebrochen, die Pfette wird neu und entsprechend der Planung unterstützt. Im Bereich des vorhandenen Pfettenstoßes ist die später ergänzte Pfette abzubrechen und neu, möglicherweise mittels Gerbergelenk, anzuschliessen.
Das Erdgeschoss ist sehr niedrig, so dass hier nach unten ausgekoffert werden muss, welches eine Unterfangung der Fundamente bis ca. 50cm unter den tiefsten Aushub bedingt. Hierbei sind die Anforderungen des Baugrundes zu beachten, möglicherweise muss eine WU-Konstruktion eingebaut werden. Im Baugrundgutachten sind Hinweise zur Trockenhaltung des neuen Erdgeschosses aufzunehmen.
Die Geometrie (Breite/Überstände/Einbindetiefe) aller Fundamente ist aufzumessen.
Die Unterfangung wird dabei abschnittweise (max. je 1,25m) im Pilgerschrittverfahren und konventionell erfolgen müssen. Öffnungen sind vorher auszusteifen. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die teilweise stark ausgewaschenen Fundamente zu legen, diese sind im Zuge der Unterfangung fachgerecht zu sanieren, indem lose Steine neu fest vermauert werden und die Fugen ausgekratzt und neu verfugt werden. Eine Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit ist einzubauen. Ein Mauerwerksgutachten insbesondere hinsichtlich möglicher Versalzung und Auswahl eines Sperrputzes ist notwendig.
Die Innenstiele und deren Fundamente sind abzubrechen und neu herzustellen, dabei ist die Balkenlage bzw. die Pfette im Bauzustand abzustützen.
1.1.2 Silogebäude
1.2.2.1 Vorhandene Konstruktion
Das dreigeschossige Silogebäude hat Grundrissabmessungen von ca. 6,25m x 9m und wird einseitig durch den Kleiespeicher begrenzt. Alle Fassaden wurden aus Ziegelmauerwerk d = ca. 50 cm, wohl der Güte 12/IIa, auf einem Stahlbetonsockel hergestellt. Das Gebäude ist nur im Bereich eines Treppenaufganges mit Holzdecken versehen worden, ansonsten sind überwiegend Mehlsilos in Holzbauweise über die gesamte Gebäudehöhe vorhanden. Die Silokonstruktion wurde jeweils auf der Innenseite der Fassaden aufgeständert sowie auf einem Sockel gelagert. Das Dach und die Dachdecke bestehen aus einer Holzkonstruktion, hier befand sich die Förderschnecke zur Befüllung der Silos. Zur Aufnahme des Silodruckes wurden Zugstangen mit sichtbaren Ankerplatten durch die Silos durchgehend und durch die Fassaden durchgehend, eingebaut.
1.2.2.2 Neue Konstruktion Silogebäude/Massnahmen
Das Gebäude soll mit mehreren übereinander liegenden Wohn-Einheiten hergerichtet werden.
Zur Planung sollte ein Bauphysiker eingebunden werden, um die konstruktiv saubere Durchbildung der Konstruktion sicher zu stellen und die Notwendigkeit und Art einer möglichen Wärmedämmung zu klären. Ein Mauerwerksgutachten insbesondere hinsichtlich möglicher Versalzung, Befall und Auswahl der Sanierungsverfahren und eines Sperrputzes ist notwendig.
Zur Herrichtung des Gebäudes sind das Dach und der innere Treppenturm sowie die Silos abzubrechen, das Mauerwerk ist fachgerecht zu sanieren. Die Zuganker werden innen abgeschnitten. Die bestehenden Sockel auf der Bodenplatte werden ebenfalls abgebrochen, möglicherweise ist der Einbau einer WU-Konstruktion erforderlich, diese würde dann auf die bestehende Bodenplatte und gegen die bestehenden Wände betoniert.
In den Fassaden sollen Öffnungen für Fenster und Türen hergestellt werden, hier sind Abfangträger aus Stahl einzubauen. Jeweils einseitig wird zunächst ein Stahlträger außen eingestemmt und vermörtelt, danach innen. Im Anschluß wird die Öffnung herausgeschnitten bzw. gestemmt.
Es werden neue Stahlbetondecken, mit Zwischenunterstützung, in Dicken von 20cm eingebaut. Neue Fundamente/Bodenplatte leiten die Lasten durch die bestehenden Fundamente in den Baugrund. Die Decken werden über eingestemmte Konsolen mit dem umlaufenden Mauerwerk verbunden. Die Erschliessung der Einheiten erfolgt über einen außenliegenden Aufzug mit Treppenturm, der zur Aussteifung an das Silogebäude angeschlossen wird. Eine Aktenrecherche hinsichtlich der Baustoffe ist notwendig. Die Geometrie (Breite/Überstände/Einbindetiefe) aller Fundamente ist aufzumessen.
Es wird ein neues Dach in Holzbauweise hergestellt.
1.2.3 Neubauten
1.2.3.1 Neue Konstruktion/Tragwerk
1.2.3.1.1 Allgemeines
Alle Bauteile der geplanten beiden Neubauten bis auf die Dachkonstruktion werden als Stahlbeton-Konstruktion in konventioneller Massivbauweise, möglicherweise unter Verwendung von Ortbeton bzw. Halbfertigteilen (Filigranplatten und -wände), oder mittels Mauerwerkswänden in Kalksandplanstein, hergestellt. Die Stützen sind als Stahlbetonstützen und die Wände als tragende Mauerwerkswände geplant.